Worum es geht
Im Winter 1884 lädt Bismarck die Großmächte nach Berlin ein: Auf der sogenannten Kongokonferenz soll der afrikanische Kontinent unter ihnen aufgeteilt werden. Im Mittelpunkt des Romans steht der österreichische Legationsrat Strinetzky. Eine Affäre und ein erfundenes Gutachten bringen ihn in Geldnot, ein Duell steht bevor – und seine Verhandlungen haben weltpolitische Folgen.
Gut zu wissen
Daniel Kehlmann ist mit „Afrika“ für den SPIEGEL-Buchpreis 2026 nominiert. Die Kritik ist geteilt: Viele loben den Witz und die Erzählkunst, andere vermissen den Blick auf die Opfer der Kolonialpolitik.
Was die Kritik sagt
- Frankfurter Allgemeine Zeitung positiv
Ein moralisches Buch, das so komisch sei wie lange keines mehr. Er lobt die ironischen Dialoge und nennt den Roman einen Geniestreich der Fantasie.
- Die Welt positiv
Kehlmann sei ein Meister des historischen Schelmenromans. Den Humor hält er nicht für geschmacklos – gerade dass die Opfer fehlen, mache das Grauen spürbar.
- Deutschlandfunk Kultur positiv
Die Komödie funktioniert, die österreichische Perspektive schafft Abstand, und die Dialoge entlarven die Verlogenheit der Figuren. Er lobt auch die bildstarke Erzählweise.
- Die Zeit positiv
Er hat sich amüsiert und hält Kehlmann für einen Meister der literarischen Hochkomik. Einschränkung: Der Roman sei mehr Satire als frühere Bücher, vielen Figuren fehle die moralische Fallhöhe.
- Frankfurter Rundschau gemischt
Perfekt gebaut, mit vielen starken Szenen, am Ende unterhaltsam und lehrreich. Zugleich findet sie das Buch beunruhigend glatt und die Geschichte zu sehr zum Kammerspiel um Macht und Geld verdichtet.
- Süddeutsche Zeitung negativ
Nicht überzeugend: Die koloniale Gewalt, etwa im Kongo, komme nur am Rand vor, Afrikaner tauchten kaum auf. Die Figuren wirkten operettenhaft, ohne zur echten Karikatur zu werden.
- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung negativ
Wenig Freude: Statt historischer Akteure stehe eine erfundene Randfigur im Mittelpunkt, das Buch komme nicht in Schwung, und das historische Unheil bleibe ganz in der Ferne.
Zusammengefasst in eigenen Worten. Die Urteile stammen von den genannten Kritikerinnen und Kritikern, nicht von uns.
Mehr zum Buch
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